Von Rittern, Minions und einer Insel voller Tiere: Unsere Tage in Altenburg
Etappe zwei unserer Sommerrundreise stand an! Von den Bergen des Thüringer Waldes haben wir uns auf den Weg nach Altenburg gemacht. Unsere Basis für die nächsten Tage war die absolut charmante „Hotel Pension Treppengasse“ – die passenderweise auch genau in der Treppengasse liegt. Da kann man sich die Adresse wenigstens leicht merken.
Gleich nach der Ankunft mussten wir uns nach der Autofahrt noch ein wenig die Beine vertreten. Wir sind gemütlich um den Großen Teich spaziert. Das ist ein wirklich schöner See mitten in der Stadt, der noch eine echte Überraschung für uns parat hielt: Auf einer kleinen Insel im See versteckt sich tatsächlich ein kompletter kleiner Zoo! Benjamin war natürlich sofort Feuer und Flamme. Der Inselzoo ist richtig liebevoll angelegt, der Eintritt ist erfreulich überschaubar und für Familien ist das ein absoluter Geheimtipp.

Den ersten vollen Urlaubstag haben wir abends dann im Ratskeller Altenburg ausklingen lassen. Wer gutbürgerliche, handfeste Küche sucht, wird hier definitiv glücklich. Es war unglaublich lecker und die Portionen genau das Richtige nach einem langen Tag an der frischen Luft.
Ein Schloss, ein Diebstahl und königliche Fotos
Am Donnerstagmorgen wurden wir in unserer Pension erst einmal mit einem fantastischen Frühstück verwöhnt. Besonders toll: Die Gastgeber hatten direkt etwas zum Malen für Benjamin parat. Der kleine Mann hat das sofort ausgenutzt und hochkonzentriert losgelegt, während Victoria und ich in aller Ruhe unseren Kaffee trinken konnten. Solche kleinen Gesten machen einen Familienurlaub einfach so viel entspannter!

Gut gestärkt ging es danach hoch zum Altenburger Schloss. Burgen und Schlösser mit Kindern können ja manchmal so eine Sache sein, aber hier war die Führung wirklich klasse. Die Geschichte wurde so lebendig und packend erzählt, dass selbst Benjamin die ganze Zeit fasziniert zugehört hat. Ein optisches und klangliches Highlight der Tour war die riesige, berühmte Trost-Orgel in der Schlosskirche.

Richtig spannend wurde es dann, als uns von einem waschechten Verbrechen berichtet wurde, das sich genau hier in den dunklen Gängen abgespielt hat:
Krimi im Mittelalter: Der Altenburger Prinzenraub In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 1455 wurde das Altenburger Schloss zum Tatort einer der berühmtesten Entführungen des Mittelalters. Der Ritter Kunz von Kauffungen drang mit seinen Komplizen in das Schloss ein und entführte die beiden jungen sächsischen Prinzen Ernst (14) und Albrecht (11) direkt aus ihren Betten. Kunz wollte den Kurfürsten damit zwingen, ihm Ländereien und Gelder zu erstatten. Der Plan ging allerdings schief: Auf der Flucht in Richtung böhmischer Grenze wurden die Entführer gefasst, die Prinzen gerettet und Kunz von Kauffungen landete auf dem Schafott.

Zum Glück gibt es im Schloss nicht nur alte Geschichten zum Zuhören, sondern auch richtig was zum Anfassen. Wir haben eine kleine Ecke entdeckt, in der man in Ritterrüstungen und prächtige Gewänder schlüpfen kann. Ausgestattet mit unseren neuen königlichen Outfits haben wir uns auf die großen Thronsessel geworfen. Die lustigen Fotos davon landen definitiv an der heimischen Kühlschrankwand!
Kontrastprogramm: Von der Burg in den Kinosessel
Nachdem wir nach der Führung noch ausgiebig die grandiose Aussicht vom Schlosshof über die ganze Stadt genossen hatten, ging es für eine kurze Verschnaufpause zurück ins Hotel.
Den späten Nachmittag und Abend haben wir dann mit einem echten Kontrastprogramm verbracht: Wir sind ins „Capitol Filmtheater“ marschiert, ein richtig nettes, gemütliches kleines Kino in Altenburg. Auf dem Programm stand der neue Minions-Film. Benjamin war mit einem gigantischen Eimer Popcorn versorgt, wir haben Tränen gelacht und der Abend war der perfekte Abschluss für unseren Aufenthalt in dieser überraschend vielseitigen Stadt.
Schon gewusst? Das macht Altenburg so besonders Altenburg hat historisch einiges auf dem Kasten! Die Stadt ist weit über die Grenzen Thüringens hinaus als Skatstadt bekannt. Das berühmte Kartenspiel wurde hier nämlich zwischen 1810 und 1820 erfunden. Bis heute werden in Altenburg Millionen von Spielkarten gedruckt. Auch kulinarisch hat die Stadt ein scharfes Aushängeschild: Den Altenburger Senf. Die Senfmanufaktur produziert seit über 130 Jahren und ist ein echter Klassiker. Über allem thront das über 1000 Jahre alte Residenzschloss, das auf einem steilen Porphyrfelsen liegt. Es war einst eine kaiserliche Pfalz, in der sogar Kaiser Barbarossa mehrfach residierte, bevor es später zur Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg wurde.