Sommerrundreise 2026

Thüringer Wald mit Kind: Krokodile, Kuckuckspfeifen und ein menschenleerer Gipfel

Endlich Juli, endlich Sommerurlaub! Unsere große Sommerrundreise 2026 ist offiziell gestartet. Victoria, unser siebenjähriger Sohn Benjamin und ich haben uns für den Auftakt ein ganz entspanntes Ziel ausgesucht: Gehlberg im Thüringer Wald.

Zwei Nächte haben wir uns in der „Pension zum Glasmacher“ einquartiert – eine richtig gemütliche kleine Basisstation für uns drei. Nach der Anfahrt stand am ersten Tag erstmal „Ankommen und Runterfahren“ auf dem Programm. Wir sind einfach durch die Felder gestreift, haben die herrlich frische Waldluft genossen und uns das beschauliche Örtchen in Ruhe angesehen. Genau so muss ein Urlaub beginnen.

Schon gewusst? Das Glasmacherdorf Gehlberg Gehlberg liegt malerisch auf knapp 750 Metern Höhe am Nordhang des Thüringer Waldes. Der Name unserer Unterkunft, die „Pension zum Glasmacher“, kommt nicht von ungefähr: Der Ort entstand im 17. Jahrhundert rund um eine neu gegründete Glashütte. Lange Zeit war die Glasherstellung – von Flaschen bis hin zu hochpräzisen Thermometern und Röntgenröhren – der ganze Stolz des kleinen Bergdorfes.

Fische streicheln in Zella-Mehlis

Am zweiten Tag hieß es dann: Action für Benjamin! Unser erster Stopp war Zella-Mehlis. Wer denkt, mitten im Mittelgebirge gibt es nur Tannen, Wanderschuhe und Bratwürste, wird im Meeresaquarium definitiv eines Besseren belehrt. Benjamin war jedenfalls völlig aus dem Häuschen. Echte Krokodile aus nächster Nähe bewundern und im flachen Becken Fische streicheln – da schlägt das Siebenjährigen-Herz direkt ein paar Takte schneller. Die Anlage ist wirklich toll und logisch aufgebaut, man kann problemlos einige Stunden dort verbringen und unzählige Tiere beobachten.

Tauchgang im Mittelgebirge: Das Meeresaquarium Zella-Mehlis Ein Hauch Ozean mitten in Thüringen: Das Meeresaquarium in Zella-Mehlis zieht jährlich zehntausende Besucher an und bietet auf über 7.000 Quadratmetern eine faszinierende Unterwasserwelt. Neben Haien, Rochen und bunten Korallenfischen gibt es ein beeindruckendes Krokodilhaus. Besonders für Familien ist das Streichelbecken mit Koi-Karpfen das absolute Highlight der Ausstellung.

Von Riesenschlangen und Wintersport in Oberhof

Von der Wasserwelt ging es nahtlos weiter in den Dschungel – genauer gesagt nach Oberhof ins Exotarium. Auch hier kam Benjamin voll auf seine Kosten (und wir Eltern durften uns ein kleines bisschen gruseln). Riesige Vogelspinnen, faszinierende Schlangen und als besonderes Highlight: eine der größten Schlangenhäute der Welt, die dort ausgestellt wird.

Danach brauchten wir alle wieder etwas frische Luft und sind gemütlich durch Oberhof gebummelt. Der Ort ist ja quasi das deutsche Mekka des Wintersports, was sich an einem warmen Julitag natürlich ein bisschen bizarr anfühlt. Ohne Schnee fehlt einfach die gewohnte Kulisse. Wir haben uns trotzdem die relativ modern und neu wirkende Ausstellung zum Wintersport im Ort angesehen – sehr interessant!

Im Kurpark durfte Benjamin dann ausgiebig die Spielplätze einem Härtetest unterziehen. Während er kletterte und rutschte, konnten Victoria und ich uns bei einem extrem leckeren Latte Macchiato stärken. Für den Nachwuchs gab es zur Abkühlung noch eine ordentliche Portion Eis und wir haben sogar noch einen urigen kleinen Laden mit geschnitzten Holzsachen entdeckt. Dort haben wir für Benjamin eine klassische Kuckuckspfeife gekauft. (Ob wir diese lautstarke Kaufentscheidung auf der weiteren Autofahrt noch bereuen werden? Warten wir es ab!)

Zwischen Biathlon und Vogelspinnen: Oberhof & das Exotarium Oberhof ist weltweit als Kaderschmiede und Austragungsort für Biathlon, Rennrodeln und Bob bekannt. Doch auch abseits des Wintersports gibt es hier einiges zu entdecken: Das Exotarium beherbergt eine riesige Vielfalt an Reptilien, Amphibien und Insekten und gilt als der größte Aquarien- und Terrarienzoo Thüringens.

Picknick auf dem Schneekopf

Auf dem Rückweg von Oberhof zu unserer Pension haben wir am späten Nachmittag noch einen Abstecher zum Schneekopf gemacht. Ein absolut perfekter Ausklang für diesen Tag! Der Parkplatz liegt sehr praktisch in der Nähe des Gipfels, sodass wir nur noch ein kurzes Stück wandern mussten.

Dieser Weg zum Gipfel ist für Kinder einfach grandios gemacht. Es gibt jede Menge kleiner Mitmachstationen, bei denen Benjamin ordentlich gefordert war. Er konnte Tannenzapfen auf Ziele werfen und kleine Baumhäuser erkunden. So marschiert auch ein müdes Kind plötzlich wieder freiwillig und mit großem Spaß!

Als wir endlich ganz oben waren, hatten wir richtiges Glück: Der Gipfel war wie leer gefegt. Diese Ruhe war herrlich. Wir hatten den weiten Blick über die sanften, grünen Hügel des Thüringer Waldes fast für uns ganz allein. Die Landschaft hier oben ist wirklich reizvoll und wunderbar friedlich. Wir haben kurzerhand unser Picknick ausgepackt und den Tag in aller Ruhe ausklingen lassen, bevor es zurück zum Auto und in die Pension ging.

Vulkanische Aussichten: Der Schneekopf Mit 978 Metern ist der Schneekopf der zweithöchste Berg Thüringens. Das Besondere: Er ist vulkanischen Ursprungs. Auf dem Gipfel steht ein markanter Aussichtsturm, der – inklusive Turmspitze – die magische 1000-Meter-Marke über dem Meeresspiegel knackt. Bei klarem Wetter reicht der spektakuläre 360-Grad-Blick von hier oben sogar bis zum Brocken im Harz oder ins Fichtelgebirge.

Am nächsten Morgen hieß es dann nach einem wirklich leckeren Frühstück bei unserem Glasmacher-Wirt: Koffer packen! Unsere Sommerrundreise ruft. Die nächste Station? Altenburg. Aber davon erzähle ich euch im nächsten Beitrag!